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Umwelt- und Naturschutz

Grundlage unserer Zivilgesellschaft ist unsere Umwelt und die natürlichen Lebensbedingungen. Diese setzen sich aus biotischen Faktoren, wie unseren Mitmenschen und anderen Lebewesen und abiotischen Faktoren, wie natürlichen Ressourcen und physikalischen Umgebungszuständen zusammen. Dieser kleine Exkurs in die Ökologie sollte eine einleitende Definition des abstrakten Begriffes Umwelt einbringen. Die angeführte Argumentation lässt den eindeutigen Schluss zu, dass eine intakte und gut funktionierende Gesellschaft nur dann existieren kann, wenn die sie umgebende Umwelt intakt ist, das heißt sich nach ökologischen Maßstäben im Gleichgewicht befindet.

Als unabhängige Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen sprechen wir als Grüne Jugend Kreis Gütersloh uns für einen unbedingten Schutz der Umwelt und für eine an ausschließlich nachhaltigen Kriterien gemessene Nutzung dieser aus.

Grundsätzlich kann man von zwei potenziellen Gefahren ausgehen, die für den Fall des anhaltenden nichtnachhaltigen Verbrauchs von Ressourcen und der damit einhergehenden und auch unabhängig davon erfolgenden Verschmutzung der Umwelt ausgehen. Im ersten Szenario würde eine Verknappung oder sogar der Ausgang von Ressourcen zu einem verstärkten Konkurrenzdruck der „Konsumenten“ untereinander führen, was sich im schlimmsten Fall zu einem globalen Konflikt entwickeln könnte. Die zunehmende Verschmutzung hat indirekt den gleichen Effekt, da sich vorhanden Ressourcen abhängig vom Verschmutzungsgrad nicht mehr, bzw. nicht gefahrlos nutzen lassen. In vielen Erdteilen ist dies bereits Realität. Das zweite Szenario wäre die „Ökodiktatur“, ein abruptes administratives Eingreifen in das Konsumverhalten der Konsumenten, aufgrund der übergeordneten Erkenntnis der fast unaufhaltsam  fortschreitenden Verknappung von Ressourcen. Wie der Name Diktatur schon sagt, würde es sich hierbei um ein totalitäres Regime handeln, das das gesamte zivilgesellschaftliche Verhalten kaum beeinflussbar bei vermutlich drastischer Sanktionierung reglementieren und kontrollieren würde. Beide Szenarien können wir als ökologisch und freiheitlich orientierte Organisation im Sinne des sozialen Friedens und der Gerechtigkeit nicht akzeptieren.

Alternativ schlagen wir (zusammen mit der Grünen Jugend NRW) eine ökologische Gesellschaft vor. Bestandteil dieser Gesellschaft muss ein reduzierter und wesentlich effizienterer Konsum sein.

Dabei bezieht sich die Reduktion vor allem auf den Verbrauch von materiellen Ressourcen, dabei in erster Linie auf die nicht essentiellen wie Luxusgüter, hohen Fleischkonsum und verschwenderischen Wasserverbrauch. In der Werkstoff-, Beschriftungs-/ Verpackungsmittel- und Multimediaindustrie muss auf die 100 % Recyclebarkeit der Rohstoffe geachtet werden. Ein effizienterer Konsum ist besonders im Energiesektor notwendig. Die Energieversorgung muss aus einer auf 100% auf „erneuerbaren“ Energien basierenden Bereitstellung beruhen, das heißt ohne fossile und nukleare Energieträger. Der Verbrauch muss durch einen geringeren Energiebedarf pro Person durch erhöhte Effizienz reduziert werden. Da „Umweltverschmutzung“ bei gegenwärtigen Produktions- und Konsumprozessen nicht ausgeschlossen werden kann, fordern wir die Einführung einer Umweltverbrauchssteuer, diese sanktioniert Umweltschäden auf privater Ebene, begünstigt ökologische Produktion und verringert die „Vergesellschaftung“ von Umweltschäden, darüber hinaus befürworten wir die Einführung eines globalen CO2-Zertifikathandels, der nach dem Pro-Kopf-Emissionsrecht ausgestaltet ist. Im Verkehrssektor gilt es sogenannten motorisierten Individualverkehr (Autos, Motorräder usw.) einzudämmen und den ÖPNV auszubauen.

Dies alles kann jedoch nicht erreicht werden, wenn die erforderliche Einstellung nicht vorhanden ist. Einstellungsentwicklungs-/veränderungsprozesse sind Lernprozesse. Daher muss die Umweltbildung in den Bildungsinstitutionen zentrales Thema werden.

Ein weiterer bis jetzt nur indirekt erwähnter Bereich ist der Naturschutz, bzw. der Schutz von natürlichen Ökosystemen und Arten zusammengefasst in dem Begriff „Biodiversität“.

Jedes Lebewesen hat ein Recht auf Leben. Daraus ergibt sich, dass die Existenz jedes Lebewesen schützenswert ist, unabhängig von ihrer Nützlichkeit oder Schädlichkeit für den Menschen. Natürliche Ökosysteme und Arten sind vor allem durch wirtschaftlich bedingten Lebensraumverlust bedroht, aber auch die direkte Ausbeutung von Spezies durch Fischerei und Jagd trägt zu dieser Bedrohung bei. Hinzu kommt der Lebensraumverlust durch Umweltverschmutzung. Folge dieses Biodiversitätsverlust ist der in wirtschaftlichen Maßstäben messbare Verlust von „Ökosystemdienstleistungen“, wie z.B. die gesamte Bereitstellung von Nährstoffen und die dafür erforderlichen Kreisläufe. Diese natürlichen Dienstleistungen übersteigen alle menschlichen Wirtschaftsleistungen um ein Vielfaches und sind ohne alle beteiligten Arten (das sind alle) nicht funktionstüchtig. Ihre Funktion ist aber essentiell. Die Grüne Jugend spricht sich daher für einen unbedingten Schutz der Biodiversität aus.

Umweltschutz und der Erhalt der Natur sind eine Frage der Generationengerechtigkeit, da wir unseren Nachkommen eine intakte Natur schuldig sind. Sie sind auch eine Frage der Gesellschaftsgerechtigkeit, da Umweltverschmutzung und „Ressourcenpiraterie“ aufgrund der Tatsache, dass Menschen und auch anderen Lebewesen die Lebensgrundlage genommen wird, eine Menschenrechtsverletzung. Genau diese Betrachtung wurde auch im Grundgesetz berücksichtigt, als dieses durch den Artikel 20a erweitert wurde: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere […]“. Solange demokratisch legitimierte Parteien an der Macht sind, die sich diese Grundsätze nicht ernst gemeint auf ihre Fahne geschrieben haben, appellieren wir als Grüne Jugend an Exekutive, Legislative und Judikative das Grundgesetz, das höchste Gesellschaftsprinzip dieser Republik zu achten und dementsprechend zu handeln.

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