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Die Killerspieldiskussion

Die Gewalt in den Medien, besonders in Computerspielen, ist seit Langem ein brisantes Thema der deutschen Politiker. Vor Allem die CDU/CSU fordert ein Verbot der sogenannten „Killerspiele“. Zuerst stand dieser Begriff für Aktivitäten wie Paintball, doch in letzter Zeit diente er als Schlagwort für Egoshooter.

„Killerspiele gehören in Deutschland verboten. Sie animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten.“, so drückte es Edmund Stoiber nach dem Amoklauf von Emsdetten (November 2006) aus. Derartige Spiele würden laut Studien die Gewaltbereitschaft der Spieler erhöhen und gäben diesem zusätzlich noch die Möglichkeit, Amokläufe zu planen oder zu trainieren. Auch der bayrische Innenminister Günther Beckstein (CSU) fordert nun ein absolutes Verleih- und Produktionsverbot gewaltverherrlichender Filme und Computerspiele. Alle der Amokläufer haben Spiele wie Counterstrike in ihrer Freizeit gespielt und es scheint, als wäre das Verbot dieser Spiele die Lösung des Problems der Gewalt an Schulen.

Wir als Grüne Jugend fordern jedoch dazu auf, die Ursachen von so einer grausamen Tat wie einem Amoklauf differenzierter zu betrachten. Es mag ja sein, dass die Amokläufer alle Egoshooter gespielt haben, allerdings glauben wir, dass ein solches Spiel einen vermeintlich geringen Teil der Kette darstellt, welche einen Menschen zum potenziellen Amokläufer macht. Kaum ein Jugendlicher hat heutzutage noch kein Killerspiel gespielt, viele spielen diese regelmäßig und haben dabei ganz normal Spaß ohne Kriminelle zu werden. Viel bedeutender für die Frage, warum diese Spiele auf manche Menschen gefährlich wirken können, sind Faktoren wie das soziale Umfeld oder die Erziehung.

Das Geld und vor allem auch die Zeit, die für die Diskussion und die Umsetzung eines Verbotes benötigt werden, sollte unserer Meinung nach anderswo investiert werden. Wahrheitsgemäße Aufklärung der Jugendlichen und besonders der Eltern, um eine Medienkompetenz zu entwickeln, sollte auf der Tagesordnung stehen und nicht die andauernde Diskussion über ein Killerspielverbot. Ist ein ausgeprägtes Gewalt- und Medienbewusstsein bei Eltern und Jugendlichen vorhanden, so bleibt ein Computerspiel auch ein Computerspiel und wird nicht zur Flucht vor dem alltäglichen Leben. Tatsächlich sind sogar Berichte über Gewaltspiele in öffentlich rechtlichen Kanälen oft nicht wahrheitsgemäß. Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen, Tatsachen vertauscht und es entsteht ein völlig falsches und subjektives Bild von Gewaltspielen und dessen Spielern. So hat die Sendung Panorama (ARD) in ihrem Beitrag „Gewalt ohne Grenzen – Brutale Computerspiele im Kinderzimmer“ das Lächeln eines vermeintlichen Spielers mit einer gestellten Szene zusammengeschnitten, in der ein ganzes Magazin auf eine Leiche verschossen wird. Kommentar der Redaktion: „Diese „Freude“ […] wurde eingeschnitten, wie es […] durchaus üblich ist.“

Als Grüne Jugend setzen wir uns dafür ein, dass das Problem der Gewalt (an Schulen) nicht nur auf das Computerspielen geschoben wird, sondern an den Ursachen gearbeitet wird. Weiterhin fragen wir uns, auf welche Weise ein Killerspielverbot durchgesetzt werden soll, wenn die jetzigen Gesetze noch nicht einmal verhindern können, dass Minderjährige an Spiele oder Filme gelangen, die bereits nicht jugendfrei sind. Die besagten Spiele werden nur selten im Laden gekauft, sondern oftmals aus dem Internet heruntergeladen oder auf LAN-Partys weitergegeben. Ein Verbot würde dies nur schwer verhindern können.

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