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Die Jagdlüge – Der Jäger als Naturfreund?

Rund 350.000 Freizeitjäger durchstreifen Deutschlands Wälder, um als Eigentümer oder Pächter eines Jagdbezirkes nur einem Ziel zu folgen. Nämlich die dem Jagdrecht unterliegenden Wildtiere, zu „hegen“ (Hege: Sicherung der Lebensgrundlage der Wildtiere), auf sie die Jagd auszuüben und sie zu einer ihrer Trophäen zu machen. Im Verhältnis zur gesamtdeutschen Bevölkerung macht diese Gruppierung gerade einmal 0,4 % aus. Dennoch ist ihre Auswirkung auf das Wildleben und die Natur immens und vor allem nicht unbedingt im positiven Sinne. Jäger schießen auf alles, was nicht ausdrücklich geschützt ist. So fallen der Jagd jedes Jahr um die 5.000.000 Wildtiere zum Opfer, was die Jagdgesellschaften stets damit begründen, dass es schließlich ihre Aufgabe sei, den Wald vor den Tieren zu schützen. Diese seien schließlich die Ursache für Wildunfälle oder die Zerstörung des Waldes. Dass es dem Großteil der Jäger hierbei allerdings schlichtweg um die Lust am Töten und dem Sammeln von Trophäen geht, verschweigen die meisten. So bilde der Jäger einen Ersatz für den in Deutschland ausgerotteten Anteil an Raubtieren (Bsp.: Wolf / Bär), um so Überpopulationen verschiedener Wildarten vorzubeugen. Die Arterhaltung und eine Regulierung der Wildbestände werde so unterstützt. Dies ist aus naturwissenschaftlicher Sicht allerdings nicht nachvollziehbar, da Jäger schizophrener Weise frei nach dem Motto „Fleischfresser nehmen dem Jäger die Beute weg“ ebenfalls Jagd auf eben diese Raubtiere machen (Ausgenommen hiervon sind die durchs Jagdrecht geschützten Arten wie beispielsweise der Luchs).
Des Weiteren ist zu nennen, dass Raubtiere in Deutschland noch nie einen Faktor gebildet haben, der die Wildbestände nennenswert reguliert hat. Als Faktoren, die hier für verantwortlich waren, sind in erster Linie Krankheiten, Nahrungsmangel und Winterkälte zu nennen. Gerade diese schaltet der Jäger allerdings ebenfalls durch die aktive Hege und Winterfütterungen aus. Die Populationen der zu jagenden Tierarten soll ja auch schließlich hoch sein, um den Spaß bei der Jagd zu gewährleisten. Auch die Jagdbeute muss hoch ausfallen, da die Jagd im Allgemeinen bedingt durch die hohen Jagdpachtzinsen ein sehr teurer „Spaß“ ist und sie sich dementsprechend lohnen muss. So werden Populationen, die eigentlich reguliert werden sollen, sogar künstlich hochgehalten, was im Falle der Winterfütterung nach deutschem Jagdrecht sogar gesetzeswidrig ist. Es ist ein Faktum, dass sich die „Lieblingsbeute“ der Jäger (Rehe, Hirsche, Wildschweine, etc.) in Deutschland bis zum jetzigen Zeitpunkt im Vergleich zu den Zeiträumen vor der gezielten Hege und Bejagung verdreifacht hat. Auf diese Weise entstehen ebenfalls große Schäden in den Wäldern selber, da die Wildtiere durch die aktive Hege in diese gelockt werden (Bsp.: Fütterung). Gleichzeitig werden die Tiere durch die Jagd scheu und so noch tiefer in den Wald gedrückt, wo diese die dort vorhandene Pflanzenwelt bedingt durch ihre große Anzahl schädigen. Die Arten, die die Jäger heranzüchten, fressen kleine Laubbäume, was wiederum zu Waldabschnitten führt, in denen fast ausschließlich Nadelbaumkulturen vorkommen. Der Jäger verzerrt so direkt das Ökosystem des Waldes. Auch die große Anzahl an Wildunfällen in Deutschland (210.000 Unfälle [2012/2013]) ist so zu erklären. Doch dies wird sich in geraumer Zeit wahrscheinlich nicht ändern. Die Jäger besitzen in Deutschland eine starke politische Lobby, die den privilegierten „Freizeitspaß“ unterstützt.
Tiere besitzen genau wie wir Menschen Gefühle wie Angst, Freude, Wut und Schmerz. Somit ist das bereitwillige Töten eines Tieres zudem schlichtweg unmoralisch und ethisch nicht vertretbar. Lasst uns also die Finger aus dem Zusammenspiel der Natur nehmen und diese wieder sich selbst regulieren lassen. Denn überall, wo wir Menschen eingreifen, entstehen Einschnitte, die es nicht geben sollte.

„Naturfreund ist derjenige, der sich mit allem, was in der Natur lebt, innerlich verbunden weiß, an dem Schicksal der Geschöpfe teilnimmt, ihnen, so viel er kann, aus Leid und Not hilft und es nach Möglichkeit vermeidet, Leben zu schädigen oder zu vernichten.“ Albert Schweitzer (1875-1965)

Robin Schulze Waltrup , Til Martin Bußmann-Welsch

1 Kommentar

  1. Mirko Fuchs

    Hallo zusammen,

    haben den Artikel auf meiner Seite übernommen.
    Ich hoffe es gibt keine Einwände.

    Gruß Mirko Fuchs alias Hesselump
    http://hesselump.de/ueber-mich-den-hesselump

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