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Creative Commons

Holger Schwetter, Spezialist in Sachen Musikrechte und Vertreter der Creative Common-Lizenz hat uns etwas erzählt über Musikrechte im Wandel der Zeit und was es heute bedeutet…

Musik gibt es schon lange, Rechte die sich mit ihr befassen allerdings nicht. Zur Zeit Mozarts zum Beispiel dachte man nicht im Traum daran Musik rechtlich ab zu sichern, was dann auch dazu führte, dass Mozart arm wie eine Kirchenmaus starb. Damals wurde man nach Aufträgen bezahlt – nach dieser einmaligen Zahlung hatte der Künstler keine Ansprüche mehr an die Kompositionen – Er durfte weder entscheiden, was mit ihr geschah, noch verdiente er einen Cent an der Weiterverarbeitung. Auch die Druckwerke litten unter dieser nicht vorhandenen Rechtsgrundlage- Schließlich investierten sie viel Geld in Druckvorlagen und Pressen – und anderen konnten Noten, Zeitungen oder Bücher einfach kopieren ohne hohen Kostenaufwand. So führte man zunächst das Copyright ein, Druckerzeugnisse durften nur mit entsprechender Lizenz in den lizensierten Druckereien gedruckt werden. Der Autor erfuhr durch diese Regelung allerdings immer noch keine Vorteile weswegen in der Revolutionsbewegung das Urheberrecht eingeführt wurde. Es sollte das Individuum hervorheben und dem Künstler die Rechte seines Werkes garantieren.

Ob das Recht an der Musik weiterverkäuflich ist, wie heute in den USA, oder lebenslänglich an dem Autor haftet, wie in Europa, macht in der Praxis keinen Unterschied. Tatsache ist, dass der Gedanke, dass die Rechte die Kreativität fördern falsch ist, weil die Gesetze so restriktiv sind, dass sie die Künstler mehr einschränken als beflüglen. Deshalb gibt es das Gegenstück zu Copyrightorganisationen wie der GEMA. Der amerikanische Juraprofessor Lawrence Lessig startete die Initiative der „Creative Commons“: Für alle Künstler, die ihre Musik sichern wollen, ohne die Kreativität einzuschränken. Wer seine Musik unter diese Lizenz stellt, der gibt allen Menschen das Recht, die Musik zu vervielfältigen oder zu verändern wie er/sie will, OHNE dass explizit um Erlaubnis gefragt werden muss. Das vereinfacht z.B. die Produktion von Remixen. Unter GEMA-Bedingungen ist es für Newcomer und kleine Künstler fast unmöglich, das Recht zur Veränderung zu erhalten. Also versuchen sie es nicht erst – Die Regeln hemmen also die Kreativität. So sind ganze Musikrichtungen unter der Einschränkung zu Grunde gegangen.

Die einzige generelle Bedingung bei Creative Common Lizenzen ist die ist Vererblichkeit. Diejenigen, die einen CC-Song covern oder remixen verpflichten sich dazu, das Erzeugnis unter der gleichen Lizenz zu veröffentlichen. Für den Privatgebrauch ist die Musik frei für alle Interessierten erhältlich. Wenn einem der Künstler gefällt, kann er aber auch für die Musik bezahlen und den Künstler unterstützen Für die kommerzielle Nutzung kann der Künstler eigene Auflagen machen, die von Fall zu Fall flexibel zu handhaben sind. Gerade im Zeitalter des Internet ist Flexibilität von hoher Bedeutung, und der Raum, der Newcomern mit den CC-Richtlinien gegeben wird überzeugt immer mehr Bands und Künstler dazu, ihre Musik frei zu veröffentlichen. Auf Internetseiten wie Jamendo.org oder starfrosch.ch findet sich (nur) freie Musik, die sich wirklich lohnt anzuhören. Unter Creative Commons kommen Freiheit, Kreativität und Innovation zusammen. Wir, die Grüne Jugend Gütersloh unterstützen diese Art der freien Musik, weil sie den Künstlern den Platz lässt, ihre Kreativität auszudrücken und junge Autoren leichtere Startbedingungen geben. Darum veranstalten wir am 23.5.09 in der Weberei eine Party nur mit freier Musik – Kommt doch vorbei und lasst euch überzeugen!

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