Mai 12

Endspurt zur Wahl

Bei Sonnenschein und bester Laune haben wir heute noch einmal tatkräftig im Wahlkampf mitgemischt. Als Prominenten Gast hatten wir einen Tag vor der Wahl Claudia Roth da.

 

Mai 05

Wahlkampf in der Gütersloher City

Trotz Regen und Kälte, die Grüne Jugend hat die Grünen in Gütersloh am heutigen Samstag kräftig am Wahlkampfstand unterstützt. Auch Sylvia Löhrmann, Spitzenkandidatin der Grünen und stellv. Ministerpräsidentin war dabei.

 

 

Mrz 14

Neue Homepage

Die etwas in die Jahre gekommene alte Homepage haben wir nun durch diese neue ersetzt. Grund war vor allem die etwas gewöhnungsbedürftige Bedienbarkeit was die Formatierung betraf. Nun setzen wir auf WordPress, was auch für Ungeübte leicht zugänglich ist. Hoffentlich klappt es dann auch mal, die Seite aktuell zu halten.

Die alte Homepage ist weiterhin erreichbar. Alle alten Links bleiben gültig. Die Startseite erreicht man wie bisher auch über den Link www.gjgt.de/w/.

Feb 29

KMV Februar 2012

Nach einem erfolgreichen Jahr 2011 und Anfang 2012 haben wir uns am 28.02.2012 zur Kreismitgliederversammlung getroffen, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und den neuen Vorstand zu wählen. Aufgrund der Tatsache, dass einige Mitglieder derzeit einen Auslandsaufenthalt im Rahmen eines FSJ absolvieren, konnten wir unterm Strich keinen Zuwachs aktiver Mitgliederzahlen verbuchen, aber trotzdem ein paar neue Mitglieder begrüßen.

Zum neuen Vorstand wurden Anna Vonrüden und Tim Kerstingaufderheide als SprecherIn, Thea Hüsing als Schriftführerin, Andreas Brameyer als Schatzmeister und Laura Brameyer, sowie Til Martin Bußmann-Welsch zu Beisitzern gewählt.

Das letzte erfolgreiche Projekt mit unserer Beteiligung am Gütersloher Bündnis „Courage gegen Rechts“ war die Veranstaltung „Talk gegen Rechts“ am 2. Februar in der Weberei. Wir wollen uns in den kommenden Wochen intensiv mit dem Thema Rechtsextremismus und wie man dagegen vorgehen kann, auseinander setzen. Darüber hinaus ist für den weiteren Verlauf des Jahres geplant sich mit dem wichtigen Thema „Müll“ zu beschäftigen.

Zusätzlich wird aufgrund der aktuellen politischen Lage in NRW in den kommenden Wochen auch der Wahlkampf Themenschwerpunkt sein.

Alle Interessenten sind zum Mitmachen herzlich eingeladen!

Feb 27

Green-Basics Seminar

                     Anna und Tim beim Green Basics Seminar OWL in Paderborn

 

                      „Was und wie soll die Grüne Jugend in Zukunft sein“

 

                     Die LaVo (NRW) Mitglieder Lisa-Marie und Maik

 

Aug 05

Die Grüne Jugend bei Tönnies

 

Fleisch essen!? – Die GJGT im Gespräch mit der „Fleischindustrie“ und Tierschützern

 

Was bedeutet es eigentlich Fleisch zu essen? Als politische Jugendorganisation, die sich im Besonderen der ökologischen Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt, haben wir uns in den letzten Wochen näher mit dem Thema auseinandergesetzt und dabei sowohl Fleischproduzenten, als auch Tierschützer befragt.

Konkreter  Anlass und Auftakt war die Veranstaltung „Konferenz für Tiere – Bauernhöfe statt Tierfabriken“ auf dem Gütersloher Kiebitzhof am 26.3.11. Bei der darauf folgenden intern geführten Diskussion zum Thema Massentierhaltung und Tierschutz lag auch schnell das nicht gerade positiv belastete Stichwort „Tönnies“ auf dem Tisch. Um sich dem Thema möglichst vorurteilsfrei zu nähern, war schnell klar, eine Betriebsführung in Europas drittgrößtem Schlacht-/und Zerlegebetrieb sollte Pflichtprogramm sein.

Mit Tönnies hat sich Ende der 80’er Jahre auch schon der passionierte Tierschützer Gerhard Oesterreich vom „Arbeitskreis Tierschutz Gütersloh“ auseinandergesetzt. Im Gespräch erläuterte er, wie der Tierschutz damals bereits versuchte tierschonende Rahmenrichtlinie auch in Zusammenarbeit mit Tönnies durchzusetzen. Ziel dabei war es, so Oesterreich die nach geltendem Gesetz erforderten Auflagen durchzusetzen. Er selbst vermeidet tierisches Eiweiß konsequent und ist in Bezug auf die Tötung von Tieren zur Lebensmittelherstellung der Meinung, dass nicht alles was legal ist auch legitim sei. Tiere zu töten, um sie anschließend zu essen, verstößt natürlich nicht gegen geltendes Gesetz, ruft aber bei vielen Menschen aus nachvollziehbaren, zumeist ethischen Gründen Verabscheuung hervor  und wird zunehmend kontrovers diskutiert. Brauchen wir überhaupt Fleisch zum Überleben? Konsens mittlerweile ist, dass bei ausgewogener Ernährung der Verzicht auf Fleisch keine negativen gesundheitlichen Folgen hat. Der Mensch ist höchstens ein fakultativer Carnivore, viel mehr also ein Omnivore und manchmal auch ein obligater Herbivore. Weniger umstritten ist hingegen die enorme kulturhistorische Bedeutung von Jagd, Tierhaltung und Fleischverzehr in der Entwicklungsgeschichte vieler menschlicher Kulturen.

Im Übrigen ist Herr Oesterreich der Meinung, dass die bestehenden Gesetze zum Tierschutz in der Bundesrepublik Deutschland mit leichten Mängeln gut seien, insbesondere seit der Grundgesetzerweiterung von 2002, die den Tierschutz mit dem Artikel 20a einbezieht:Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“ Diese Gesetze sollten nicht, wie im Gesetzentwurf von den Grünen vorgeschlagen, verändert, umformuliert und neu geordnet werden, so Herr Oesterreich, auch das von vielen Tierschützern vorgeschlagene Verbandsklagerecht lehnt Herr Oesterreich ab.

Es liegt in der Verantwortung der Tierhalter die Gesetze umzusetzen. Geschieht das nicht, so Oesterreich sei jeder Bundesbürger in der Pflicht bekannte Mängel zur Anzeige zu bringen. Denn Tiere, als schwächste Mitglieder unserer Gesellschaft können sich kaum selbst wehren.

Am 28.6.11 haben wir uns dann bei dem Rhedaer Unternehmen zur Betriebsbesichtigung getroffen. Interessensschwerpunkt dabei war die Tierschutzpolitik des Unternehmens, aber auch die Situation des Personals, sowie die Marktmacht, die das Unternehmen mit seinen bis zu 24.000 Schweineschlachtungen am Tag in Rheda auch überregional auszuüben vermag. Nach einer etwas länger dauernden Phase zwischen erster Interessensbekundung bei Tönnies und endgültiger Terminzusage, die vom Unternehmen damit begründet wurde, dass man zu dieser Jahreszeit eigentlich keine Betriebsführung für Nichtkunden durchführen würde, man bei uns als politischer Jugendorganisation aber selbstverständlich eine Ausnahme machen müsse und wolle, trafen wir uns um 15:00 Uhr bei Tönnies. Unterstützt übrigens auch durch zwei Väter. Empfangen wurden wir von Dr. Wilhelm Jaeger dem Abteilungsleiter für Landwirtschaft bei Tönnies Fleisch. Der Agraringenieur hat uns in einem der Konferenzräume des Betriebs zunächst begrüßt und uns einige Hintergrunddaten zum Unternehmen erläutert. Die angestrebte und auch von beiden Seiten erwünschte Diskussion ließ natürlich nicht lange auf sich warten. So waren Transport der Tiere, sowie die Behandlung bei Aufzucht, Mastung und Schlacht wichtige Themen. Solche, die den Betrieb direkt betreffen, wie etwa Nahrung, Wasser und auch Beschäftigungsmöglichkeiten für Schweine, die über einen längeren Zeitraum als ein oder zwei Stunden auf ihre Schlachtung warten müssen und die „Effektivität“ der Tötungsmethode selber waren für Gerhard Oesterreich vor Baubeginn besonders wichtig. Auch Fluchtwege für Schweine im Katastrophenfall, sowie Belastung durch entstehende Emissionen für anwohnende Bürger gehörten damals als Auflagen zu den Themen. Der Antransport der Schweine würde, so Dr. Jaeger, in 80% der Fälle aus einem Umkreis von maximal 120 km erfolgen. Dabei unterstütze Tönnies ausschließlich, auch im eigenen wirtschaftlichen Interesse nur möglichst tierschonende Transporte, die nach den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und mit der modernsten Technik erfolgen. Herr Dr. Jaeger erläuterte uns, dass man bei Tönnies keine uniformen „Normschweine“ wolle, sondern die biologische Vielfalt und die verschiedenen Rassen bevorzuge, um in den Märkten auch flexibel zu bleiben. Ein wichtiger Punkt, da die Industrielle Landwirtschaft, die Vorteile alter Haustierrassen großteils nicht mehr zu nutzen weiß und aus wirtschaftlich nur teilweise nachvollziehbaren Gründen lieber auf schnelles Muskelwachstum setzt. Bleibt die Qualität da möglicherweise auf der Strecke?  Auf die Nachfrage, ob bei Tönnies auch Schweine aus ökologischer Haltung geschlachtet werden, bestätigte uns Herr Jaeger, dass Tönnies Fleisch von ca. 1000 Ökoschweinen in der Woche vermarkte. Problem dabei, auf dem Markt sei die Nachfrage nach dem deutlich teureren „Ökofleisch“ kaum vorhanden. Man würde aber  gerne einen deutlich größeren Anteil als ca. 1% an „Ökoschweinen“ in der Woche verarbeiten, so Dr. Jaeger. Auf unsere Anfrage, ob Tönnies nicht auch Druck auf die Landwirte der Region ausüben könne ihre Betriebe umzustellen, antwortete Herr Jaeger damit, dass eine Umstellung für einen Schweinemäster aus oben genannten Gründen mit erheblichen Risiken einhergehen würde, wenn die Vermarktung nicht gesichert ist.  Der höhere Preis für Bioschweine sei durch den höheren Platzbedarf und durch das teurere Biofutter begründet. Dieser Mehraufwand müsse den Biobauern auch vergütet werden. Nach diesen Aussagen hat sich unsere These, dass das Hauptproblem in dem massenhaften Fleischkonsum und der Forderung nach immer billigeren tierischen Produkten insbesondere in den Industrienationen aber auch zunehmend in anderen Ländern, weshalb Tönnies in die ganze Welt exportiert, wieder einmal bestätigt. Genau hier setzen auch die enormen ökologischen Probleme an, die der massenhafte Fleischkonsum auf der Welt mit sich bringt. Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, dass wenn zur Ernährung eines Menschen mit Maisprodukten eine Fläche von 500 m2 ausreicht, so wäre eine ca. 40 mal so große Fläche und entsprechend größere Menge Wasser nötig, um ihn mit Hühnerprodukten (besonders energieintensiv) zu ernähren. Durch die steigende Weltbevölkerung steigt auch der Flächenverbrauch an und bei zunehmender Ernährung mit Fleisch überproportional, was zum immensen Rückgang natürlicher „autostabiler“ nicht anthropogener Ökosysteme auf der ganzen Welt führt. Die größten Teile des brasilianischen Regenwaldes verschwinden jährlich für Rinderherden und werden anschließend zu Sojaplantagen vor allem als Futter für Masttiere auf der ganzen Welt. Nach ein paar Wachstumszyklen sind die ohnehin nährstoffarmen Böden völlig ausgelaugt und bleiben unbenutzbar und ökologisch tot zurück. Ein weiteres Problem überall auf der Welt ist der Umgang mit den sehr Nährstoffreichen Mastabfällen wie z.B. Gülle. Die Übermäßige Eutrophierung der Ostsee z.B., die ganze Todeszone entstehen lässt, wird hauptsächlich auf die Überdüngung ganzer Landstriche zurückgeführt. Hauptursache aus unserer Sicht ist die ungenügende Einbeziehung von für den Menschen essentiellen „Ökosystemdienstleistungen“ natürlicher Ökosysteme als wirtschaftlichen Faktor.

Fleisch, so auch Herr Jaeger hat sich in den letzten 50 Jahren vom Sonntagsbraten zum günstigem, immer verfügbaren Produkt entwickelt. Nur aus diesem Grund kann ein Unternehmen wie Tönnies auch existieren, was natürlich im Umkehrschluss dazu führt das der Markt für billiges Fleisch zusätzlich vergrößert wird, denn häufig bestimmt ja auch das Angebot die Nachfrage. Aus unsere Sicht einer der ethisch begründeten Kritikpunkte an dem Unternehmen.

Theoretisch denkbar, aber von Herrn Jaeger zurückgewiesen, wäre ja auch, dass ein Unternehmen wie Tönnies seine Marktmacht dahingehend ausnutzt Preise zu diktieren und diese für das Kilogramm Schlachtgewicht möglichst gering zu halten.

Nach einer Stunde sehr anregender, aber auch angenehmer Diskussion, war es schließlich Zeit für die Betriebsbesichtigung, wozu wir in von Tönnies gestellte „Schutzkleidung“ schlüpften. Vorab machte Herr Jaeger uns noch einmal klar, dass, wer alles sehen wolle dies auch könne. Wer dies nicht wolle, möge sich sofort melden, sodass die Führung für denjenigen individuell kurz unterbrochen wird, da die Bilder, die wir zu sehen bekämen von jedem unterschiedlich und häufig auch nicht leicht zu verarbeiten seien.

Nach einem intensiven „Parcours“ durch mehrere Hygieneschleusen, die einen positiven Eindruck bezüglich dem Umgang mit den sensiblen Lebensmitteln hinterließen, war der erste Abschnitt der „Schlacht- und Zerlegekette“ den wir zu sehen bekamen der computergesteuerte Zwischenlagerberreich in dem die zerteilten Schweinehälften vor der Zerlegung zunächst auf 6 C° herunterkühlen müssen, um weiter verarbeitet werden zu können. Ein echter Schock für die meisten, den Weg zwischen den Schweinehälften hindurch nehmen zu müssen. Hier erläuterte Herr Jaeger uns, dass jedes Schwein hier mit einem Stempel individuell gekennzeichnet sei und so der Weg vom lebenden Schwein bis hin zum Ladenprodukt zurück zu verfolgen sei. Weiter ging die Führung durch den Zerlegeberreich und schließlich in den Logistikberreich, der eine der besonderen Stärken des Unternehmens sei. Ein Großteil der Produkte sei nicht für den deutschen Markt bestimmt, sondern gehe in die ganze Welt besonders auch nach China, was in dem Trend hin zu immer mageren Fleisch in Deutschland begründet sei, so Herr Jaeger und auch von ihm selbst stark kritisiert wurde. Auch die Arbeitsbedingungen und die Personalpolitik wurden hier thematisiert. So sei der Anteil an ausländischen Arbeitskräften deshalb so hoch, weil man keine deutschen Arbeitnehmer finden würde. Es könne auch mal vorkommen, dass aufgrund höherer Anlieferungszahlen die Arbeitszeit von acht Stunden täglich überstiegen werde, so Herr Jaeger. Während der Führung  gab auch Herr Jaeger zu, dass die Bilder aus vielen konventionellen Mastbetrieben, Schweine auf Spaltenböden im Dunklen, vor lauter Langeweile sich gegenseitig anknabbernd, sehr traurig seien und da auch unbedingt Handlungsbedarf bestehe.

Vorletzter Abschnitt war schließlich die Schlachtung. Aufgrund der Bilder und auch des Geruchs, für die meisten von uns die letzte Etappe. Diese war schließlich die Tötung. Tönnies habe dafür mehrere „Tierschonende“ Patente entwickelt, die die Tötung zunächst durch Betäubung mit CO2 und anschließendem Töten durch Ausbluten, für das Tier möglichst schmerz- und stressfrei gestalten. Nach Aussage von Herrn Jaeger werde kein Schwein weiterverarbeitet, bevor es nach genauestens überprüften medizinischen Kriterien tot ist, inwieweit dies bei der riesigen Mengen an Schweinen pro Tag der Tatsache entspricht, bleibt zu hinterfragen.

Betroffen insbesondere von den letzten Bildern ging es schließlich noch einmal in den Konferenzraum, wo die Diskussion noch einmal (trotz der jüngsten Erlebnisse bei Kaffee und Kuchen) fortgeführt wurde.

Fazit unseres Besuchs bei Tönnies, war ein für die meisten unerwartet positives Urteil mit gemischten Eindrücken, was nicht zuletzt auch an der kompetenten und angenehmen Art von Herr Dr. Jaeger lag. Trotzdem bleibt der schlechte Nachgeschmack der Bilder und unser dringendes Ziel den Verbraucher dahingehend aufzuklären, dass Fleisch als billiges Massenprodukt ökologisch katastrophal und ethisch äußerst bedenklich ist, bleibt natürlich auch.

 

Tim Kerstingaufderheide

 

Jun 21

Neuer Vorstand gewählt

Nach einem erfolgreichen Halbjahr hielten wir eine außerordentliche Kreismitgliederversammlung ab. Grund dafür ist, dass viele Mitglieder des alten Vorstands nach ihrem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland verbringen werden.

Zunächst wurden aber noch einmal die wichtigsten Aktivitäten in den vergangen Monaten in Erinnerung gerufen. Es gab Besuche größerer Demonstrationen zum Thema „Atompolitik“, Dosenwerfen auf dem Berliner Platz sowie kleinerer Projekte und viel inhaltlicher Arbeit, so zum Beispiel zur Entwicklungspolitik.

Bei der Wahl wurden Lisa Prizebilla und Linda Scheelje zu Sprecherinnen, Tim Kerstingaufderheide zum Schatzmeister, Til Martin Bußmann-Welsch zum Schriftführer und Laura Brameyer und Daniel Bücker zu Beisitzer_innen gewählt.

Die zweite Jahreshälfte wird eingeleitet durch eine Diskussion über Facebook und einen Informationsabend über den Palästina-Konflikt.

Apr 27

Zerstören auch Sie ein Atomkraftwerk

Mit diesen Worten lockten wir am 26.4. die Passant_innen an ihren Infostand zum Thema Atomkraft auf dem Berliner Platz:

 

 

Anlässlich des 25. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurden über die Gefahren der Atomenergie, sowie die Möglichkeiten des Ausstieges informiert und diskutiert.

Um auch die Jüngsten anzusprechen, boten wir Dosenwerfen auf „Atommülldosen“ an. Mit Freunde wurde der Gewinn, ein Atomkraftwerk – aus Keksen ­– zerstört.

Wer sich nicht mit dem symbolischen Ausstieg zufrieden gibt, findet auf atomausstieg-selber-machen.de weitere Informationen und kann sich auch an zahlreichen Demonstrationen beteiligen – wie zum Beispiel jeden Montag um 18 Uhr auf dem Berliner Platz in Gütersloh, wo in Mahnwachen an Fukushima erinnert wird.

Feb 01

Diskussion über Entwicklungszusammenarbeit

Unser Jahr 2011 haben wir am 18.1.11 mit einem ziemlich erfolgreichen öffentlichen Informations- und Diskussionsabend eingeleitet. Knapp 30 Besucher_innen sind unserer Einladung zu Diskussion mit Georg Krämer, Referent vom Welthaus Bielefeld, seines Zeichens u.a. Dipl. Soziologe und Bildungsreferent für Globales Lernen, gefolgt. Er hielt zunächst einen sehr ausführlichen Vortrag zur Fragestellung „Entwicklungszusammenarbeit – besser, es ganz zu lassen?“ Seine Ausführungen waren in 4 Blöcke geteilt, von denen jeder eine andere Position zur Entwicklungshilfe präsentierte. Es fing kritisch an: Er sprach aus der Sicht der Mehrzahl afrikanischer Intellektueller, die sich ganz klar gegen EZ aussprechen, da diese letztendlich die landeseigene Wirtschaft und Handlungsmöglichkeiten, drosseln und Abhängigkeit provozieren würde. Wie genau die Kopplung und Koordination von den aktuell fließenden Milliarden aussehen solle, sei ungewiss. Etwas konkreter war dagegen die zweite Meinung, repräsentiert durch den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dirk Niebel und der dazugehörigen Bundeszentrale. Die Idee ist, die Arbeit ganz der Wirtschaft zu überlassen, um z.B. zur Armutsbekämpfung den Markt und somit das Einkommen in den Entwicklungsländern anzukurbeln. Dass Deutschland dabei ordentlich Profit mache, gehöre natürlich zum Plan dazu. So fließt Statistiken zufolge pro investierten 1€ ganze 1,80€ zurück nach Deutschland.

NGOs (nichtstaatliche Organisationen) und erfahrene Entwicklungshelfer sprechen vom großen Erfolg heutiger Entwicklungshilfe. Man habe aus den Fehlern gelernt und lege den Schwerpunkt nun auf größere Projekte, spezielle Verpflichtungen seitens der Empfängerländer und 5 essenziellen Kriterien für Effektivität, die zumindestens wichtig klingen – unter ihnen „Ownership“, „Alignment“ und „Harmonisierung“.

Zu guter Letzt nahm Georg Krämer die Rolle eines engagierten Bürgers ein, für den Entwicklungshilfe allein aus Gewissensgründen nicht weg zu denken sei. Der Mensch ertrüge es nicht, Elend zu sehen und nicht zu handeln. Aus sozialer Verantwortung betrachte er das System hinter der EZ kritisch. So bemerke er, dass sehr viel Geld (63%) gar nicht im bedürftigen Land ankäme, sondern von Fachkräften und Forschung verschluckt würden.

Nach dem ausführlichen und informationsreichen Vortrag wurde diskutiert. Es wurden Fragen geklärt, kräftig Meinungen ausgetauscht und somit der ein oder andere weitere Denkanstoß gegeben.

Nach guten 2 Stunden im Gütersloher Brauhaus waren einige vielleicht noch verwirrter als vorher, aber dennoch um neue Gedanken und Informationen reicher. Das Ziel des Abends war schließlich auch nicht, eine goldene Lösung zu finden, sondern eben der Austausch von Gedanken zu diesem Thema von globaler Bedeutung.

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